Handwerk und Heimat verbinden

Schülerinnen und Schüler der Klasse R 8 töpfern mit Lehm und Graphit

Text/Foto: Elke Krinninger

In der neuen Aula der Mittelschule zeigten die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Kursleiter Otto Donaubauer, rechts oben, ihre getöpferten Werke.

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Im AWT-Unterricht dreht sich zurzeit alles um die Wirtschaftssektoren. Dazu gehört natürlich auch die Gewinnung von Bodenschätzen. Die Schüler der R8 hatten die Möglichkeit, mit einem in Deutschland einmaligen Bodenschatz zu arbeiten: Graphit. Dazu kam Töpfer Otto Donaubauer, der sein Berufsleben lang mit Graphit zu tun hatte, einen Vormittag zu Besuch. Zuerst bekamen die Schüler viele interessante Informationen: Wie entstand Graphit? Warum ist die Bezeichnung „Bleistift“ falsch? Wie beeinflusste Graphit das Leben der Menschen in unserer Heimat? Wo wird Graphit eingesetzt? Die Schüler erfuhren auch, dass die Obernzeller Töpfer aus einer Mischung aus Ton und Graphit sehr haltbare und widerstandsfähige Schmelztiegel formten und auf der Donau verschifften. Diesen vor Jahrhunderten wichtigen Wirtschaftszweig nahmen die Schüler als Anlass, selbst mit so einem Graphit-Ton-Gemisch zu arbeiten.

Zuerst konnte jeder Schüler einen großen Stern aus weißem oder rotem Ton formen und ihn mit feinen Graphitflocken verzieren. Da glitzerte es im ganzen Werkraum! Danach machte sich jeder Schüler an einen kleinen Tiegel aus dem Ton-Graphit-Gemisch. Glänzend schwarze Gebilde kamen zustande – und auch glänzend schwarze Hände. Herr Donaubauer brennt jetzt die Kunstwerke in seinem Brennofen bei ca. 1000°C. So können in einigen Tagen alle Schüler ein kleines Weihnachtsgeschenk oder eine Erinnerung für sich selbst in Händen halten.

Weitergeführt wird das Thema im April bei einer Betriebserkundung im einzigen Graphitbergwerk Deutschlands in Kropfmühl. Dann steht die wirtschaftliche Bedeutung des Graphits im Vordergrund. Die Schüler werden dann nicht nur das Graphiteum erkunden, sondern auch Teile des Betriebs kennen lernen und mit Auszubildenden sprechen.